Dienstag, 14. Februar 2017

Herzenssache: Buchhelden!

Bücher werden weggeschmissen.
Da bin auch ich keine Heilige.
Die Zeit ist heute so.
Manchmal aber gehen dabei Kulturschätze verloren.

Dagegen können wir etwas tun.

Wortfeger ist eine Buchretterin. Manche Raritäten rettete ich bereits vor dem Altpapier und in mein Buchantiquariat Spiritfeger. Jetzt starte ich eine neue Aktion. Denn:

Bücherrettung ist Herzenssache!
Und heute ist Valentinstag.

Werden Sie Buchheldin oder Buchheld!
Mit einem Mitgliederbeitrag unterstützen Sie Wortfeger, fast verschwundene Bücher zu digitalisieren, zu layouten und neu herauszugeben.


Sie haben auch etwas davon:
  • 20% Rabatt auf das Sortiment des Buchantiquariats Spiritfeger mit modernen & alten Büchern
  • 20% Rabatt auf die Printbücher aus unserem Verlagsprogramm (Webseiten-Shop)
  • Zugang zum geschützten Buchheldbereich auf der Webseite Wortfeger.ch mit exklusiven Leseproben noch unveröffentlichter Projekte

Firmen sowie Gönner unterstützen uns grosszügiger und geniessen alle Vorteile wie private Buchhelden, plus:

  • Verlinkung inkl. Ihrem Logo in unserer «Gönner-Buchhelden»-Liste auf www.wortfeger.ch
  • Logo auf der «Gönner-Buchhelden»-Seite in den Printbüchern, die im Beitragsjahr erscheinen
Das ist doch was. 
Helfen Sie mit.
Bitte.
Und weitersagen.
Danke!

Noch mehr Infos hier: KLICK



Freitag, 3. Februar 2017

Nicht lustig! Hihii

Manchmal ist es echt nicht lustig. Oft aber schon.

Beginnen wir von vorne.
Grippe = nicht lustig.
Minustemperaturen = Saukälte = brrrrr, nicht lustig.
Umziehen und ein paar Tausend Bücher schleppen = nicht lustig.
Umziehen mit Grippe bei Saukälte = uuuiiiii neii, Tanja kriecht tiefer als auf dem Zahnfleisch. Gar nicht mehr lustig.
Vorweg: Ich habe es überlebt. Bis jetzt. Ganz fertig bin ich noch nicht, weder mit der Grippe noch mit der Schlepperei oder dem Winterwetter – aber ziemlich. Das meiste ist hier. Meine Nase akzeptiert jetzt das Atmen. Und die Temperaturen sind wieder vernünftig geworden, Gott sei Dank. Jetzt finde ich es wieder lustig. Und wie.

Über einen Monat habe ich hier nichts geschrieben. Schande und gar nicht lustig. Nun sind aber die grippigen Umzugszeiten vorbei. Ich schwöre, jetzt wird wieder gebloggt.

Nicht alles hat meinen Umzug überlebt. Manches Buch musste ins Altpapier hüpfen. Noch uuuuuu viele sind mitumgezogen. Schon beinahe recyclet und im letzten Moment gerettet habe ich: «Nicht lustig» von Joscha Sauer. Lustig, schreibt ein «Sauer» so etwas. Vielleicht ist das Buch deshalb schwarzhumorig. Eigentlich ist «Nicht lustig» ein Comic und es gibt mehrere Bände davon.


Im Wortfeger-Bad steht nun «Nicht lustig 2» – und ich find's extrem lustig. Mein Bad ist sozusagen das Wortfeger-Wartezimmer. Somit gibt es da Bücher, klar. Wie eigentlich überall bei Wortfeger. Und wenn es mal wieder nicht so lustig ist – soll ja vorkommen –, verzieh ich mich in mein Wartezimmer zu «Nicht lustig 2». Der lustige Sauer macht Bücher, Kritzelblock, Spiel etc.  sind echt lustig.

«Nicht lustig 2» von Joscha Sauer, ISBN 9783551773920



Donnerstag, 29. Dezember 2016

4D-geschüttelt, nicht gerührt

Altes loslassen, Neues beginnen. Jajaaa, vor allem zum Jahreswechsel.
Loooslassen - ist das Zauberwort dieser Tage.

Wir hatten noch einen Kinogutschein loszulassen in diesem Jahr. Das ganze 2016 über hatten wir es nicht geschafft, ins Kino zu pilgern. Am 27.12. endlich. Wenn schon, dann und überhaupt, 4D-Film, ist ja klar. Muss ich die Reisetabletten *hindere*wärfe*, ist akute *Chötzelgefahr*? Etwas unruhig rutsche ich auf dem Kinosessel hin und her, inspiziere die Installationen neben meinen Ohren, die Fussablage unten, das eigenartige Dings am Sitz meines Vordermannes, welches auf mich gerichtet ist. Kinobesucher deponieren ihre Jacken ausserhalb des Gefahrenbereiches, sprich: auf dem Treppenaufgang. Ich umarme meine Handtasche, zugegeben: etwas verkrampft. 
Hilfe. 
Hilfe! 
Die Wasserfunktion stell ich ab. Nix da, kommt gar nicht in Frage, *chan*i*dä*nöd*ha,*mich*im*Dunkle*welle*azsprütze*!!*

4D-Film = 1. Premiere
Star Wars-Film = 2. Premiere

Ehrenwort.
Jetzt will ich es wissen.
Noch im uralten Jahr.


"Rogue One - A Star Wars Story"
Wir sitzen im Kino Arena, Saal 10, im Sihlcity Zürich.
Und los geht's. Schüttel. Psychisch stelle ich mich schon mal auf zwei Stunden Schüttelbecher ein. Keine Nachos im Saal erlaubt, Pause gibt es nicht, das Aufstehen ist verboten ... die Liste ist noch lang. Zwei Stunden, ich werde sie überleben.

Wie angenehm überrascht mich doch das Schweben über eine karge Felslandschaft. Mein Sitz hält mich auf Kurs, schaukelt sanft nach links, dreht ab nach rechts, ein kleiner Hüpfer über den Felsbrocken. Zehen einziehen. Fantastischer Weitblick durch meine Spezialbrille - ein herrlicher Flug! So darf es weitergehen. Wir landen. Kurz darauf pfeift mir die erste Kugel um den Kopf und pustet mir meine Haarsträhne ins Gesicht. Sonst sitzen wir (noch) unverletzt im Sessel.

Kinosessel - normalerweise einer der bequemsten Plätze der Welt. Heute ist nix mit Gemütlichkeit, heute wird geflogen, gehüpft, ausgewichen ... gestupft auch. Ehrlich, da boxt mich doch was in die Nieren. Ziemlich oft. Heee.

Der Film ist Action pur. Etwas anderes erwartet von Star Wars?! Nö. Die Figuren mit Schnabel, Rüssel, Dreifachaugen oder coolem Roboterstyle sind fantasiereich. Wer sich wohl so was auszudenken vermag? Ein Verrückter. Ein Kreativer. *I*like*

Schlussspurt, das grosse Gemetzel mit monströs riesigen, bemannten Roboterhunden (siehe Bild!), die schiessen (Box in die Nieren), Raumschiffe überall (schüttel in alle Richtungen), Schüsse (Haarsträhnen pusten) und *cheibe* viel Action in 3D, welche in mindestens 1 Billiarde Pixeln visuell auf mich niederprasselt. Mein Nachbar wird angespritzt. Eigene Schuld.
Stooooppp! Enough! *Höret*uf,*mich*so*zplage,*chan*ja*au*nüt*defür*!*


Völlig geschafft und mit einem dumpfen Gefühl in den Nieren verlasse ich nach dem Film den Saal. Meine Haare sind durch den Wind. Vor meinen Augen flirrt es. Ein bisschen wirr im Kopf. *Läck*, was für ein Kampf. Die letzten 20 Minuten waren echt anstrengend.
Dieses 4D-Filmerlebnis hat gesiegt, eindeutig. Keine Chance hatte ich, diese Action gemütlich eingekuschelt im Kinosessel zu verschlafen ...

Liebe Leute, rutscht gut - wir sehen, hören, lesen voneinander in 2017!
Viel Spass. In 4D. Mindestens.

Printscreen YouTube-Trailer von ROGUE ONE, https://youtu.be/aVw_fc4uhWM



Mittwoch, 21. Dezember 2016

Weihnachtskuscheln mit rosa Erika

Ein überdimensionales, rosarotes Säuli aus Plüsch - das ist Erika. Und nebst der Karriere-Singlefrau Betty spielt dieses Wesen die Hauptrolle in einer wahrhaft heiteren und berührenden Geschichte von Elke Heidenreich und Michael Sowa: "Erika - oder: Der verborgene Sinn des Lebens".

Was viele zu Weihnachten versuchen, jedoch nur schwer schaffen, gelingt diesem Plüschschwein ganz leicht: Sanftheit, Liebe, Harmonie, Sehnsucht, Freude und Lachen kehren überall dort ein, wo es erscheint. Die Besitzerin schleppt das riesige Tier wie eine Trophäe mit beiden Armen umschlungen  und an ihren Bauch gepresst, die Schweinepfoten stehen ab, die Schnauze auch. Blaue Glasäuglein strahlen sanft.

Schwein und Betty reisen aufsehenerregend per Flugzeug von Berlin nach Mailand und dann mit dem Zug zurück bis nach Lugano, zum zynischen Verflossenen Franz. Weihnachten nicht alleine verbringen - ein Lichtblick. Anstatt wie geplant den Delikatessensenf als Mitbringsel trägt die Protagonistin das Plüschschwein ins Tessin und erlebt säulirosarote Wunder.

"Ein Schwein weilte unter uns und sorgte für samtene Heiterkeit am Vorweihnachtsabend."
Schwein muss man haben.
Oder ein gutes Buch mit einer raffinierten, witzigen Geschichte.
Und ein paar liebe Menschen zu Weihnachten wären auch ganz flott. Keine Verflossenen, bitte.
Weihnachtsguetzli, oooh ja, die aber sicher!
Auch wenn sie es nicht ist, manchmal ist sie eben doch noch irgendwie säulistark, quickfidel in Ordnung - unsere liebe, verrückte Welt.

Happy Christmas, liebe Leserinnen und Leser, habt ein schönes Fest und viele gute Bücher unter dem Baum! Oder ein Mamutplüschsäuli.


"Erika oder Der verborgene Sinn des Lebens" von Elke Heidenreich und Michael Sowa

Mittwoch, 14. Dezember 2016

Die Unschuld eines Buchfreaks

Ich bin am Bücher ausmisten. Für mich als Buchfreak ist das alles andere als eine einfache Aufgabe. Dennoch, es muss sein ... Jetzt.

Unvermeidbar, dass mir während dieser Herzschmerzaufgabe unzählige Bücher in die Hände fallen. Noch mehr als üblich. Über 100 pro Tag. Das eine oder andere aus meiner privaten Bibliothek muss in den Altpapierkarton hüpfen. Werden - sein - erfreuen, berühren und hoffentlich bereichern - sterben - neu geboren. Dies ist auch der Werdegang vieler meiner Bücher.

Welches muss sterben? Die Entscheidungen fallen im Minutentakt. Da fällt mir eines in die Hand, das nun vor mir liegt: "Erfolg kommt von innen" von Chuck Spezzano. Den kenne ich. Nicht persönlich, aber ich habe schon von ihm gelesen. Erfolg kommt von innen - schon klar, das habe ich schon zig mal gelesen und weiss ich mittlerweile. Ich bin ja nicht von vorgestern, belesen bin ich auch in der Erfolgspsychologie. Also, was soll's. Schon will ich das Buch weglegen, zerreisen, Buchdeckel weg und ... da zögere ich und schlage es stattdessen auf.

Lektion 24: Das Ausmass unserer Unschuld ist das Ausmass unseres Erfolgs, Kapitel auf Seite 55.
Volltreffer. Ich bin sofort drin.
Wenn wir uns unschuldig fühlen, dann wissen wir, dass wir alle guten Dinge verdienen, schreibt Spezzano.
Autsch. Wie recht er hat. Lass mich wieder unschuldig sein wie ein Kind ... Liebes Christkind, das wünsche ich mir. Hey, und damit meine ich nichts Schlüpfriges! Sondern diese Unschuld - feinstofflich, emotional, mental -, welche Freiheit bedeutet.
Weiter: Wir sind mit Ego-Schuld überkrustet.
Ich höre es knirschen. Meine visuelle Vorstellungskraft zeigt sie mir, die eklige Kruste. Steif ist sie, lässt kaum Bewegung zu. Schmerzt, denn manchmal bricht sie auf ...
Ein paar Zeilen weiter die Aufforderung Spezzanos: Verpflichte dich heute deiner Unschuld.
Ja! Ich will! Nicht nur heute!
Entschieden. Ist die Unschuld, welche befreit, wirklich nur eine Entscheidung von uns entfernt?

Ist es so einfach? Wenn ja, dann ... *uuiii*neiii*

Fragmente sind es nur, die ich hier weitergebe. Der Rest sollte selbst gelesen werden. Erst ein Kapitel, eine Lektion habe ich in diesem Buch aufgesogen. Keine leichte Kost, wenn auch sehr flüssig geschrieben und gut zu lesen. Eindringlich. Aufdringlich in der Logik. Es reicht. Es reicht vollkommen, um das Buch zu behalten.

Nun lege ich Spezzano beiseite und greife nach dem nächsten Buch ... weg ... oder behalten? Frage ich unschuldig. Und stelle es ebenfalls zurück in meine Bibliothek. Das nächste auch. Und noch eins. Buchfreak, eben.




Chuck Spezzanos "Erfolg kommt von innen" - herausragend!

Das Buch gibt es noch gebraucht,
vermutlich heisst es in einer Neuauflage leicht anders.