Dienstag, 23. Mai 2017

Krötig zum Welttag der Schildis

Heute ist Welttag der Schildkröten. Echt, so etwas gibt es. Und dann erst noch auf der ganzen Welt.
Schon den ganzen Tag dachte ich, eigentlich könnte ich bloggen. Total schleichend wie eine 100-jährige Schildi beginne ich jetzt, um halb zehn abends, mein Textchen zu brünzeln. 

Eigentlich bin ich krötig. «Ach ja?» – «Ja!»
Ab und zu darf man das, auch als Wortfeger.
Momentan krötet nämlich eine Idee in meinem Hirn, die hat einen Turbo unter dem Panzer. Ich bin schwanger ... (hahaaaa, ich sehe, wie mein Schatz grosse Augen kriegt!) Tatsächlich, ich bin total schwanger mit einer Idee. Aber die wird nicht heute geboren. Sie ist wohl noch im Eierstadium.

Wasserschildkröten quälen sich mühsam an Land, krabbeln schwerfällig über den Sand, graben ein echt tiefes Loch und legen dann brutal viele Eier hinein. Dann schleppen sie sich *ächz* wieder zurück ins Wasser. Manche der Schildis sind danach so erschöpft, dass sie prompt gefressen werden. Von einem Hai zum Beispiel. Echt jetzt, das zeigten die in einer klugen TV-Sendung. Unfair. Und die kleinen Schildis, wenn sie sich durch die Eierschale geboxt haben und aus dem Sandloch gekrabbelt sind, tapsen naiv Richtung Meer ... Vielleicht schaffen sie es. Die wenigsten aber kommen weit.

So ist es manchmal auch mit Ideen. MamaMia, wie viele hatte ich schon. So unglaublich oft war ich schon mit einer – oder mehreren gleichzeitig – schwanger. Für Mehrlingsgeburten bin ich nicht unbegabt. Aber so manche Idee findet den Weg nie aus dem Sandloch. Gut so. Andere werden gefressen. Von der Wirtschaft, zum Beispiel, oder von meinem kritischen zweiten Blick. Wiederum welche verteidige ich mit meinem Leben. *Weeheee*!*

Ich liebe Schildkröten. Sie begleiten mich seit unzähligen Jahren, sind fast so etwas wie ein Krafttier für mich. Verschiedene Designs besitze ich von ihnen, aber alle sind stumm. Aus Stein oder Keramik. Schmatzen nicht und legen keine Eier. Eine Eierlegende im Revier genügt. Schildis zieren mein Daheim und meinen Garten. Zum Glück ist der bereits erwähnte Schatz ähnlich verrückt nach diesen Dingern wie ich.

Der Dienstagabend krötet vor sich hin. 
Meiner aktuellen Ideen möchte ich einen Panzer anschnallen. Oder zwei. Bevor sie aus dem Sandloch kriecht.
«Hallo Welt, kennt ihr das?»
Heute ist Welttag der Schildkröten.
Heute ist auch der Tag, an dem James Bond Roger Moore mit fast 90 starb.
Und Tanja krötet …

Gute Nacht, Schildis auf der ganzen Welt!




Übrigens, das hier (im Video) ist eine geborene Idee mit Schild! Und sie gedeiht :-)
Wer jetzt Buchheld wird, hilft dieser Idee noch weiter. *Merci*schaurig*vielmals*
Video kucken:




Dienstag, 16. Mai 2017

Mister Insel, oder: Das Rosie-Projekt

Kennen Sie einen Menschen, der wie eine Insel in der Masse treibt? Irgendwie unberührbar, gesondert? Nicht, dass er auf den ersten Blick besonders auffallen würde. Sein Verhalten und seine Intelligenz machen ihn zur Insel, spalten ihn ab vom grossen Rest. Ich kenne so einen. Genau hingeschaut, zähle ich sogar mehrere in meinem Bekanntenkreis. Nennen wir diese Menschen für heute doch einfach «Don».

Fehlende Empathie zeichnen Don aus, er kann andere einfach nicht spüren. Deswegen tritt er öfter in Fettnäpfchen, aber heftig. Manchmal vertreibt er Menschen mit seiner Art, stösst auf Unverständnis oder Antipathie. So ein Leben, mit fast autistischen Zügen durchwandert, stelle ich mir gar nicht leicht vor. Ein Krampf, mit vielen Ecken und Kanten. Ich kann mich irgendwie hineinfühlen, denn zum Glück habe ich bei meiner Geburt eine ordentliche Portion Empathie eingepflanzt bekommen.

Das Leben von Don fasziniert mich. Den ultimativen Don – Professor Don Tillmann – fand ich im Buch «Das Rosie-Projekt» von Graeme Simsion. Der Verstand ist sein Freund, die genaue Planung ebenfalls. Don begreift mit seiner Logik, dass es nun Zeit zum Heiraten wäre, und sucht sich eine Ehefrau. Per Fragebogen, den er potenziellen weiblichen Geschöpfen gnädig aushändigt. Rauchen darf sie nicht. Chaotisch sein? Auf gar keinen Fall! Und wehe, sie glaubt an Horoskope.

Rosie taucht auf. Die zwei starten ein gemeinsames Projekt – nur bloss keine Beziehung. Beide wissen genau, wie hochgradig Rosie die Ehefrau-Anforderungen nicht erfüllt. Deshalb basteln beide an ihrer scheinbar einzigen Gemeinsamkeit: ihr Projekt. Völlig ausser Plan taucht Spass und Spontanität auf, was Don doch unpässlich aus seinen Konzepten schüttelt. Was bloss soll er damit anfangen?

Selber lesen. Wortfeger verschenkt das gelesene Buch «Das Rosie-Projekt», (wenig gebrauchsspurig). Da ich nur mein eigenes Buchexemplar zu vergeben habe, entscheidet das Zufallsprinzip. *Ene*mene*muuuh* – alles klar?

«Das Rosie-Projekt» von Graeme Simsion




Wer nicht es nicht gewinnt, kann es hier kaufen:
(E-Book, TB, gebunden)

Donnerstag, 11. Mai 2017

Hasta la Fiesta - olé!

Hasta la Fiesta! Google übersetzt: «an die Partei». Na bravo.
Carlos klärt mich auf: «bis zum Fest»! 
Also so ein bisschen wie: «see you there» oder *mer*gsehnd*üs*am*Fäscht*!

Na also, geht doch. Für mich klingt «Hasta la Fiesta» einfach nach Party, Ausgelassenheit, Tanz auf dem Dorfplatz, lautes Lachen, fröhliches Diskutieren und – nicht zuletzt – nach feinem spanischen Wein und Essen!

Ehrlich, ich bin schon etwas verliebt in Spanien. Schon seit meiner Kindheit. Jedes Jahr reisten wir mit meiner Familie für 2 Wochen in den Süden. Total klischeehaft: Papa fährt, Mama daneben, Kinder hinten, Auto bis oben vollgepackt – verwunderlich, dass die Kinder überhaupt noch Platz fanden. Zwischen den halben Haushalt gequetscht, schlummerten wir unserem Ferienort entgegen ...

Carlos ist also Spanier. Auch Schweizer. Unumstritten aber eben auch Spanier. Das ist an seiner Paella (mega!) unverkennbar zu schmecken. Und an seinem Herzblut, das förmlich wallt, wenn er in der Küche etwas Feines zubereitet. Aus lauter Kochfreude, und weil er auch ein sehr Geselliger ist, betreibt er «Hasta la Fiesta» – ein Catering für Paella und spanische Spezialitäten. 

Auf die Paella packt er so viel, dass der Reis wirklich nur Beilage ist. Da lässt sich Carlos gar nicht *lumpen*. Der zart geschnittene Jamon Serano (Schinken) – ein Traum. Sein Chorizo nach eigener Rezeptur schmeckt besonders raffiniert. Empanadas traditionell fein ... Carlos ist ein richtiger Gastgeber, eben. Und schenkt noch flott den edlen Tropfen ein.

Ja, ich gebe es zu. Ich habe das Hasta la Fiesta-Angebot schon rauf und runter probiert. Neulich anlässlich eines Apéros stand mir Carlos wieder zur Seite: Wie immer charmant, *tifig* und kompetent. *Weisch*wie*froh*bin*i*gsi*
Kindheitserinnerungen an herrliche Spanien-Ferientage inklusive.

Deshalb, schauen Sie doch mal rein und buchen Sie Ihren Paella-Event mit Carlos:
www.hastalafiesta.ch 
Der Sommer naht, die Gartenpartys auch. Olé! 

Ganz viel spanische Lebensfreude auf dem Teller - Hasta la Fiesta, olé!



Mittwoch, 19. April 2017

1 von 100 kommentiert das! Vielleicht.

1 von 100 reagiert auf einen Facebookpost. Wow. Das ist echt, echt wenig.

Nur 1 von 100 macht «Daumen hoch»? Oder runter.
Nur 1 von 100 kommentiert.
Nur 1 von 100 teilt den Beitrag.
Dann sind wir schon bei 297 Leuten, welche den Beitrag eventuell gesehen, jedoch nicht darauf reagiert haben. Mensch, Kuckuck, nicht jeder Facebooker hat so viele digitale Freunde.

1 von 100: kein besonders toller Erfolg. Dabei wird die schöne neue Socialwelt gelobt. Sie lebt auch wie verrückt. Auf Facebook tut sich wahnsinnig viel. Je weniger draussen passiert - bei dieser Saukälte mitten im April beispielsweise -, umso mehr geschieht in der digitalen Welt.

Die Statistik mit den 1 von 100 ist für mich dennoch sehr ernüchternd. Ist digitale Werbung bereits tot? Lohnt sich Facebookwerbung noch? Damit etwas total sichtbar wird - sogar für die eigenen Seitenfollower -, zahlt der Facebook-Seitenbesitzer. Jedes Mal einen Batzen macht Ende Monat auch ein Vermögen. *So*isch*es*nämli*

Für was schreibe ich mir die Finger wund, fotografiere, texte und poste regelmässig?
Für dieses 1 magere Prozent?

Nein! Für alle 100! Auch die Schweiger lesen und schauen. Ihre Reaktion im stillen Kämmerlein kann genauso wunderbar und wertvoll sein - auch wenn ich (vorerst) offensichtlich nichts davon realisiere. Ist doch okay. Ich habe meine Botschaft platziert. Sie ist erreichbar. Ich bin präsent.

Wenn wir die Erfolgsrate von Printwerbung anschauen, ist die digitale Werbung doch auch wieder ganz passabel. Die Werbewirksamkeit im Allgemeinen rutscht langsam, aber total sicher den Bach hinab - adé! Doch was ist die Alternative? Gar keine Präsenz? Wer will und kann sich das leisten?

Online-Erfolg ist nicht wirklich messbar. Auch nicht in Likes und Kommentaren. Manchmal in persönlichen Feedbacks wie: «Hey, han din Blog letschti gläse, rächt häsch …»  oder so ähnlich. *Froidigi*Sach*das*

Neue Ideen sind gefragt. Mehrwerte schaffen. Einen Video drehen, denn ...  *Trommelwirbel* ... Filmchengucken ist total hipp! Facebooker teilen und kommentieren am ehesten Filme, Trailer und Videobeiträge. Also ran an den Dreh und lasst euch was einfallen, ihr Regisseure, und schwimmt den Bach wieder hinauf!

Mit einem Blog, der echten Mehrwert liefert, sind Sie auch ein guter Bach-aufwärts-Schwimmer. Falls Sie zu wenig Zeit haben, ich wüsste da jemanden: Wortfeger betreut Blogs! Und Social Media. Im Fall *weisch*wie*gern*. Einfallsreich auch. Fehlerfrei getextet sowieso.

1 von 100 reagiert also. Dennoch immer schön daran denken: Sie können alle 100 berühren, informieren, erstaunen, beeindrucken ... Das ist doch was 
 das ist doch viel!

Printscreen Facebook-Login-Seite

Dienstag, 11. April 2017

So ein Kack!

Wir haben einen Rasen, erst seit Kurzem, und ich mag ihn.
Er begrüsst mich und die Morgensonne täglich vor meinem Bürofenster.
Kleine Bäumchen und Büsche zieren ihn am Rande.  Richtig schweizerisch. Fast ein bisschen bünzlig. Sooooo schön!
Und manchmal mitten drin, *gopf*, ein Kack.

Katzenkacke auf dem Rasen - mein neues Kampfthema.
Ich hatte ja keine Ahnung, dass Katzen so viel kacken.
Und das tun sie vorzugsweise nicht auf dem eigenen Rasen, nein, am liebsten wohl auf unserem.
Wer kackt sich schon selbst vor die Haustüre. Die reinlichen Katzen schon gar nicht.

Also gut, ich räume also grummelnd diese Katzenkacke weg.
1x
2x
3x
mittlerweile mehrmals pro Woche.
Mein Grummeln hört gar nicht mehr auf.
Eines Tages wird mir so ein Stinkhaufen beim Rasenmähen um die Ohren fliegen. Ganz sicher.

«Zschschchch!!!», versuche ich es mittlerweile immer, wenn eine Katze über unser Grundstück schleicht. Manchmal wirkt es. Aber leider nur für den Moment und dann, *plumps*, schaue ich nicht hin, ist die Kacke wieder da.

Mit Kaffeesatz im Rasen haben wir es auch schon versucht. Das interessiert die Übeltäter eher überhaupt nicht. Sie scheinen ihn nicht zu riechen, auch wenn der Kaffeesatzgeruch bis zu meinem Arbeitstisch reinzieht.

«Zschschchch!!!» – vom obersten Stock aus hinab in den Garten zu zischen, ist gar nicht so leicht. Zischen Sie mal schreiend. Die Katze in unserem Gemüsegarten schaute nur fragend zu mir hoch. «Warte du ...», versprach ich und rannte die Treppe hinab, zur Terrassentür hinaus: «Zschschchch!!!» Aha, jetzt huschte sie leicht angesäuert davon.

«Zschschchch!!!», zischte ich und kletterte neulich sogar aus dem Küchenfenster. «Was wohl die Nachbarn denken?» Diese Katze glaubte mir meine Ernsthaftigkeit nicht. Erst als ich direkt vor ihr stand, erkannte sie ihr Unerwünschtsein. Und tschüss. 24 Stunden später schlich sie wieder an meinen Bürofenstern vorbei und schaute neugierig herein. Wie frech. «Wehe, du machst einen Haufen», rief ich ihr hinterher.

Ernsthaft, ich fühle mich überhaupt nicht ernst genommen von all den Nachbarskatzen. Die kacken, wie sie wollen. Kein Zschschchch hält sie davon ab. Gutes Zureden bringt gar nichts, ausser Kopfschütteln und Lachen meines Partners.

Nun betreibe ich Innenschau. Was stimmt nicht mit meiner Katzenkommunikation? Verteidige ich mein Revier zu wenig?
Ich befürchte, die Katzen durchschauen mich. Sie wissen genau, dass ich statt «Zschschchch» viel lieber «Hoi du» sagen und ihnen das Köpfchen kraulen möchte. Wir haben echt hübsche Nachbarskatzen, braune, schwarze, gefleckte ... 
Hey, liebe Katzen, kackt doch woanders, dann hätten wir es echt kuschelig zusammen.

Sie hören nicht auf mich. Und jedes braune Stinkhäufchen auf unserem Rasen bestärkt mich in meinem Zschschchch.
Katzenhaufen-Dilemma forever? Echt jetzt?
«So ein Kack», fluche ich.


Stinkhaufenkampf: mein Rasen, ich und immer mal wieder ein Katzenhaufen